VDS Verein sozialer Dienstleister
 
   
   
  Bericht von Doris Sannert im Schwarzwälder Boten vom 21.01.2015

Freudenstadt. "Pflege ist ein Thema das viele betrifft", weiß die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken. Um über Pflegenotstand, den demografischen Wandel und über Änderungen in der Sozialgesetzgebung zu diskutieren, hatte sie Katrin Altpeter nach Freudenstadt eingeladen.
Die baden-württembergische Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren hatte am Nachmittag mit ihrer Parteikollegin soziale Einrichtungen besucht und sich mit Experten intensiv ausgetauscht. Wegen des großen Interesses war die Diskussionsrunde am Abend kurzerhand vom Gerhard-Hertel-Saal in den Kienbergsaal verlegt worden. Das Thema lautete "Für eine gute und menschenwürdige Pflege". An den runden Tischen standen den beiden Politikerinnen mit der Pflegedienstleiterin der Diakoniestation Dornstetten, Glatten, Schopfloch, Bärbel Leiser, dem Direktor des Oberlinhauses Freudenstadt, Hans-Henning Averbeck, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisseniorenrats und Leiter des Pflegestützpunkts im Landkreis Freudenstadt, Günter Bauer, und mit Uwe Raible, Vorsitzender des Vereins Sozialer Dienstleiter, kompetente Mitredner zur Seite.

 
 

News

 
  Saskia Esken führte mit einigen Fakten und Zahlen in das Thema ein. 2013 seien in Deutschland 2,6 Millionen Pflegebedürftige zuhause versorgt worden, 600 000 davon mit Unterstützung der rund 12 000 ambulanten Pflegedienste. Sie beschäftigen etwa 300 000 Fachkräfte. In den Pflegeheimen kommen weitere 650 000 dazu.
Pflege müsse nicht nur für diejenigen gut und menschenwürdig sein, die gepflegt werden, sondern auch für die Pfleger und die pflegenden Angehörigen, forderte Esken. Mit dem Pflegestärkungsgesetz I und dem Gesetz zur besseren Vereinbarkeit für Familie, Pflege und Beruf – beide traten am 1. Januar in Kraft – habe die Politik auf den demografischen Wandel reagiert. Doch damit seien lediglich die Rahmenbedingungen geschaffen, machte die Bundestagsabgeordnete deutlich.

Gespannt warteten die vielen Besucher auf den Höhepunkt des Abends, die Rede von Katrin Altpeter. Die Ministerin ist sich sicher: "Für eine gute und menschenwürdige Pflege sind wir, wenn wir danach gefragt werden, alle." Mit der gesellschaftlichen Konsequenz sei es dann aber oft schon vorbei. Doch was sollen Pflegebedürftige tun, wenn ihre Mittel für die Pflege nicht ausreichen, wenn trotz Rente die Kinder einen Betrag drauflegen müssen? Über den demografischen Wandel sei schon in den 80er- Jahren gesprochen worden. "Irgendwie werden wir das schon hinkriegen", habe man damals gedacht. "Erst jetzt wird so langsam deutlich, welche Herausforderung wir zu bewältigen haben, wenn wir eine gute und menschenwürdige Pflege für alle haben wollen", so die Ministerin. Doch Gesetzesänderungen allein reichten nicht aus. "Wir müssen noch viel weiter gehen", sagte Altpeter und forderte eine gesellschaftliche Diskussion zu den Fragen: Was ist uns Pflege wert? Was sind wir bereit, dafür zu tun? Was bedeuten Pflegeberufe in unserer Gesellschaft? Was ist uns die Entlohnung wert? Um der Pflege und dem Pflegeberuf ein besseres Image zu verschaffen, forderte sie alle auf, Pflege nicht schlecht zu reden, sondern ihr in der Mitte der Gesellschaft einen Platz zu geben. "Pflege kann nur gut und menschenwürdig sein, wenn wir sie mit Leben füllen", so die Ministerin abschließend.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde konnten die vier Experten Bitten an die beiden Politikerinnen richten. Laut Uwe Raible gebe es im Landkreis Freudenstadt noch keinen Pflegenotstand. Die Netzwerke funktionierten gut. Lob gab es von ihm für das Pflegestärkungsgesetz I, das den Betreuungsschlüssel von 1 zu 24 auf 1 zu 20 erhöht habe. Bei 48 Betten bedeute das zwei Pflegekräfte mehr. Bärbel Leiser forderte die Politiker auf, mehr für die Anerkennung des Pflegeberufs zu tun und Anreize zu schaffen, damit sich mehr Menschen für eine Ausbildung entscheiden. Günter Bauer wünschte sich von Menschen, die den Anspruch haben, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, mehr Eigeninitiative. Auf der anderen Seite sollten die Politiker die Pflegebedürftigen mehr einbinden und deren Wünsche in ihre Überlegungen einbeziehen. Die Zusammenführung von Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege ist laut Hans-Henning Averbeck ein erster Schritt in die richtige Richtung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Künftig müsse es, so Averbeck, Altenpflegekräfte geben, die auch im Krankenhaus arbeiten können.

In der anschließenden Diskussion wurde bemängelt, dass es im ganzen Landkreis nur einen einzigen Pflegestützpunkt gibt, bei dem sich Betroffene informieren können. Ministerin Katrin Altpeter versprach, alle Anregungen mitzunehmen. Bei Getränken und Häppchen tauschten sich die Gäste dann noch weiter zum Thema Pflege aus.
 

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Bericht im Schwarzwälder Boten vom 28.10.2014 von Hans-Jürgen Dyba

 
 

Seit 2011 haben sich bereits 42 ungarische Pflegekräfte im Kreis Freudenstadt als anerkannte Gesundheits- und Krankenpfleger in Pflegeheimen qualifiziert.

Kürzlich erhielten wieder 20 Pflegekräfte vom Regierungspräsidium Karlsruhe die deutsche Anerkennung als Pflegefachkraft, mit der sie nun als voll ausgebildete Kraft in Deutschland arbeiten dürfen. Im Jahr 2011 kam Gisela Schmidt vom Haus Auerhahn in Reinerzau mit Uwe Nübel vom Haus St. Vinzenz in Bad Rippoldsau auf die Idee, dem Pflegenotstand Paroli zu bieten. Wie bei anderen Berufen schaute man sich im Ausland um und stieß dabei auf Interessenten aus Ungarn, die man nach intensiven Vorstellungsgesprächen auswählte und nach Deutschland kommen ließ, mitsamt einer Deutschlehrerin.

In Reinerzau angekommen, erwartete die bereits ausgebildeten Fachkräfte harte Arbeit. In den vorhandenen Schulungsräumen bekam die erste Gruppe in sechs Monaten intensiven Deutschunterricht und erhielt anschließend nach einer bestandenen Prüfung, die in Ungarn erfolgte, vom Regierungspräsidium Karlsruhe die deutsche Anerkennung als Pflegefachkraft. Damit konnten sie voll in die Pflege integriert werden.

Schon bald stellte sich heraus, dass das ein erfolgreiches Konzept ist. Zahlreiche Pflegeheime aus dem gesamten Kreis Freudenstadt zeigten Interesse, sodass sich heute bereits neun Einrichtungen an dem Projekt beteiligen. Von 42 erfolgreichen Absolventen sind heute noch 32 aktiv tätig.

Uwe Nübel betonte in seiner Begrüßungsansprache bei der Übergabe der Anerkennungsurkunden, dass man etwas ernten könne, wenn man etwas gesät habe. »Heute ist Erntetag, und das schon zum fünften Mal«, sagte er.

Uwe Nübel und Gisela Schmidt überreichten 20 Teilnehmerinnen die Urkunden. Ziel sei es nun, bemerkte Nübel, die neuen Kolleginnen gut zu integrieren und zu sozialisieren. Verschiedentlich sei bereits die Familie nachgezogen.

 
 
   
 

Kreis Freudenstadt.
Der Anteil der älteren und hilfsbedürftigen Menschen wächst. Dadurch haben sich auch die Angebote für diese Personengruppen weiterentwickelt. Die Neuauflage der Broschüre »Pflege, Wohnen, Begegnung im Kreis Freudenstadt« konnte jetzt durch eine gemeinsame Initiative von Kreisseniorenrat, Verein Sozialer Dienstleister und des Pflegestützpunkts im Landratsamt auf den Weg gebracht werden. In dem Heft werden kompakt und umfassend die Angebote dargestellt und übersichtlich nach Themen präsentiert. Dadurch soll jedem, der Hilfe, Unterstützung und Informationen sucht, ein schnelles und zielgerichtetes Finden ermöglicht werden.

Den Einrichtungen der stationären Pflege und ambulanten häuslichen Versorgung wird wie bisher die Möglichkeit geboten, ihr spezielles Angebot auf einer Doppelseite vorzustellen.

 
 
news Günter Bauer vom Pflegestützpunkt des Landratsamts, Ursula Schrag-Schuler vom Kreisseniorenrat und Uwe Raible vom Verein Sozialer Dienstleister präsentieren die neu aufgelegte Broschüre für Senioren. Foto: Landratsamt  


Ein weiterer Schwerpunkt weist auch auf die Möglichkeiten für Begegnungen und Aktivitäten im Alter hin. Aktivierende Angebote im Sinne der Prävention sind eine wichtige Ergänzung. Damit kann die Selbstständigkeit im Alter oftmals positiv unterstützt werden.
Die Broschüre wurde mit einer Auflage von 5000 Exemplaren erstellt und liegt bei vielen Stellen kostenlos aus: bei Apotheken, Ärzten, Krankenkassen, Sozialdiensten im Krankenhaus, Rathäusern, Pflegestützpunkt und vielen mehr. Der Verein Sozialer Dienstleister mit seinen 61 Mitgliedsbetrieben, hat den Druck der Broschüre möglich gemacht.

 
 
   
 

Schwarzwälder-Bote, 25.04.2014

Altenpflegeausbildung wird Erfordernissen angepasst

Kreis Freudenstadt. Der Kooperationsvertrag zur Altenpflegeausbildung wurde jetzt aktualisiert. Die dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger teilt sich in schulische und praktische Phasen auf. Damit die Zusammenarbeit zwischen Heimen, ambulanten Diensten und der Fachschule geregelt ist, wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen. Die evangelische Fachschule für Altenpflege des Oberlinhauses in Freudenstadt und der Verein der Sozialen Dienstleister
im Landkreis Freudenstadt (VSD) haben aufgrund von gesetzlichen Änderungen ihren Kooperationsvertrag berarbeitet. Für die Fachpraktika und die Fremdeinsätze mussten neue Vereinbarungen gefunden werden. Damit sie in der Ausbildung einen Überblick über alle Tätigkeitsfelder eines Altenpflegers bekommen, erhalten die Auszubildenden während ihrer praktischen Arbeit Einblicke in verschiedene Bereiche, wie zum Beispiel stationäre und ambulante Pflege, Gerontopsychiatrie
oder Gerontologie an Krankenhäusern.

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Johannes Miller, Uwe Raible, Karin Bardonner-Bez und
Hans-Henning Averbeck (von links) unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung zur Altenpflegeausbildung.
Foto: Gernsheimer

 
 


Zwischen betrieblichen Erfordernissen und pädagogischen Anforderungen wurde nun ein guter
Ausgleich gefunden, finden Johannes Miller, Leiter des Arbeitskreises Ausbildung des VSD, und Karin Bardonner-Bez, Fachleiterin der Fachschule. Die Kooperationsvereinbarung wurde von Hans-Henning Averbeck, Direktor des Oberlinhauses, und Uwe Raible, Vorsitzender des Vereins der Sozialen Dienstleister im Landkreis Freudenstadt unterzeichnet.

 
 
 

 

 
 

VSD Freudenstadt
Schwarzwälder-Bote, 27.03.2014

 
 

Freudenstadt. Die Mitglieder des Vereins Sozialer Dienstleister blickten in ihrer Versammlung auf das vergangene Jahr zurück. Nach der Begrüßung würdigte der Vorsitzende, Uwe Raible, Leiter des Waldheims Tonbach in Baiersbronn, die sehr gute Zusammenarbeit der Mitglieder des Vereins. In seinem Jahresbericht ging er auf die Arbeitsschwerpunkte und die vielfältigen Termine im vergangenen Jahr ein. Stellvertretend nannte er hierbei: Datenschutz und Prüfung der Heime durch den Landesdatenschutzbeauftragten, Fachkraftmangel und Fachkraftgewinnung in Ungarn oder Vorträge an verschiedenen Schulen im Landkreis.

Bei den Neuwahlen wurden Uwe Raible und Uwe Nübel, Geschäftsführer Haus Grezenbühl Alpirsbach, als Vorsitzende erneut bestätigt. Der Vorstand wird künftig durch die beiden neu gewählten Beisitzer Alexander Walter, Seniorenheim Walter Baiersbronn, und Rainhardt Schmid, Diakoniestation Freudenstadt, ergänzt.

Johannes Miller, Leiter des Martin-Haugs-Stifts in Freudenstadt, berichtete über den neuen Rahmenvertrag der Altenpflegeausbildung, der mit dem Oberlinhaus in Freudenstadt abgeschlossen wurde. Zusammen mit der Schule präsentierte sich der Verein Sozialer Dienstleister auch im vergangenen Jahr wieder erfolgreich bei der Top-Job-Börse. Auf großes Interesse stieß ein Vortrag der Betreuungsbehörde. Mit vielen Beispielen referierte die Expertin anschaulich über die Neuregelung bei Zwangsbehandlung und Unterbringung mit freiheitsentziehenden Maßnahmen.

Die rege Teilnahme an der Versammlung zeigt, dass die Mitglieder des Vereins – obwohl untereinander Konkurrenten – in vielen inhaltlichen und fachlichen Punkten, aber auch in politischen Fragen sich weitgehend einig sind. Der Verein Sozialer Dienstleister bietet für die Träger von Einrichtungen und sozialen Diensten eine Plattform zur Zusammenarbeit. Der Verein Sozialer Dienstleister ist ein Zusammenschluss aus über 32 sozialen Einrichtungen und Dienstleistern des Landkreises Freudenstadt mit mehr als 2100 Mitarbeitern.

 
 
 

Wenn das seelische Gleichgewicht kippt – gesehen werden und dazugehören!

Auch in diesem Jahr findet im Landkreis Freudenstadt anlässlich des Welttages für seelische Gesundheit am Donnerstag, den 07. November 2013 ein Aktionstag unter dem Motto: Wenn das seelische Gleichgewicht kippt – gesehen werden und dazugehören! statt.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von psychischen Gesundheitsproblemen betroffen sind, stoßen in unserem Alltag oftmals auf Ängste, Vorurteile und Ablehnung. Zahlreiche Heranwachsende in Deutschland gelten als psychisch auffällig und / oder leben mit psychisch kranken Eltern zusammen.
Doch welche Möglichkeiten / Unterstützung erhalten und bieten wir alle, damit Erfahrungen mit seelischen Krisen nicht weggedrückt werden müssen, sondern verarbeitet und integriert werden können? Vielleicht sind sie eine Chance um daran zu wachsen.

Dazugehören hilft zu gesunden – dem Einzelnen und unserer Gesellschaft!

 

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Schwarzwälder-Bote, 04.09.2013
Kreis Freudenstadt. 27 Altenpfleger haben ihre dreijährige Ausbildung erfolgreich beendet und dies im Oberlinhaus gefeiert. Karin Bardonner-Bez, Fachleiterin der evangelischen Fachschule für Altenpflege am Oberlinhaus Freudenstadt, begrüßte die Absolventen und Gäste. Ein besonderer Dank ging an Judith Weber, die als Klassenlehrerin vielfältige Aufgaben während der Ausbildung übernommen hat sowie an die Mitarbeiter in den Heimen, an die Praxisanleiter und die Pflegedienstleistungen die den Auszubildenden beratend und reflektierend zur Seite standen. Die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Schule hat sehr gut funktioniert, so Bardonner-Bez.
Judith Weber dankte ihrer Klasse für kurzweilige und lebendige Unterrichtsstunden, in denen die Auszubildenden auch bei schweren Inhalten nie den Mut verloren haben zu lernen. Die Freude am Beruf war in den Abschiedsworten von Klassensprecherin Silke Huber zu spüren. Sie verglich die nun beendete Ausbildung mit der Tour de France. "Im dritten Ausbildungsjahr kam das Bergrennen. Wir mussten schneller und kräftiger in die Pedale treten und viele Paragrafen und Fachausdrücke lernen, teilweise bis zum persönlichen Limit. Die Ausbildungszeit ist verknüpft mit Erinnerungen und Freundschaften, die bleiben."
Doris Zwingelberg umrahmte die Feier mit Klavierstücken, und die Klasse sang das Segenslied "Geh unter der Gnade". Direktor Hans-Henning Averbeck blickte auf die Schwerpunkte der Ausbildung zum Altenpfleger zurück: "Bewohner brauchen Fürsorge, Pflege und Aktivitäten, damit sie sich ihre Lebensqualität erhalten können." Er überreichte gemeinsam mit den Lehrkräften die Zeugnisse. Johannes Miller zeichnete im Namen des VSD die drei Jahrgangsbesten Geraldine Cochet-Terrasson, Seniorenheim Maier, Landhaus Weiler Wald in Herzogsweiler, und Ingeborg Schenke, Seniorenstift Mandelberg in Pfalzgrafenweiler-Bösingen und Marion Seiler, Seniorenresidenz AlexA in Freudenstadt mit einer Urkunde und einen Gutschein aus.
Petra Albrecht, Michel Ay, Elisabeth Baral, Corinna Bauer, Geraldine Cochet-Terrasson, Agnieszka Danielczok, David Deutschle, Nadine Dorp, Alexandra Hauser, Andrea Hog, Elvira Höptner, Silke Huber, Heinz-Ulrich Kocheise, Nicole Kohler, Dorothee Kronenbitter, Gudrun Lenk, Helmut Mers, Jana-Marei Mönninghoff, Nicole Nadebor, Roswitha Rehfuss, Ingeborg Schenke, Gisela Schöps, Marion Seiler, Verena Sgolik, Timo Wackenhut, Elke Wunsch und Doris Zwingelberger.

 
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u.Pflegekraefte
Ungarische Pflegekräfte haben ihre Anerkennungsurkunden erhalten. Sie arbeiten nun im Kreis Freudenstadt.
Foto: Walter

 
 

Region. Das Thema Fachkräftemangel macht auch vor den Pflegeberufen nicht Halt. Hilfe vor einer Unterversorgung der Seniorenheime mit Pflegekräften kann aus dem Ausland kommen. Das zeigt eine Initiative verschiedener Seniorenheime aus dem Landkreis. Der Abend im Haus Auerhahn in Reinerzau war festlich. Offiziell wurden den elf ungarischen Pflegekräften die Anerkennungsurkunden übergeben. Die elf Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten in sieben Seniorenheimen im Landkreis. Die Frauen kamen auf Initiative der Pflegeheime "Haus Auerhahn", "Haus am Rödelsberg", Seniorenheim Besenfeld, Seniorenheim Walter, "Haus Obertal", "Haus am Kurgarten" und "Haus St. Vinzenz" nach Freudenstadt, um dort ihre im Heimatland erworbenen Pflegeexamen anerkennen zu lassen und als Pflegefachkräfte zu arbeiten. Inzwischen haben alle Teilnehmer ihre Familien nachgeholt, um sich dauerhaft im Kreis Freudenstadt niederzulassen und sich zu integrieren.

In eigener Initiative haben sich die Pflegeheime im Kreis Freudenstadt zusammengeschlossen, um aktiv dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Bereits in einem vorhergehenden Projekt 2012 sind sechs Pflegefachkräfte aus Ungarn in den Kreis Freudestadt gekommen. Nun haben die Fachkräfte den viermonatigen Deutschunterricht erfolgreich mit bestandener Prüfung abgeschlossen und ihre Anerkennung als "Gesundheits- und Krankenpfleger" vom Regierungspräsidium Karlsruhe erhalten. Schon lange sei erkennbar, dass Ausbildung allein nicht ausreicht, um die zusätzlich benötigten Pflegefachkräfte zur Verfügung zu haben und ein Zuzug von externen Fachkräften hier dringend ist, sagt Alexander Walter vom Senioren Walter.

Zusätzlich zu den durchschnittlich rund 40 Pflegefachkräften, die jedes Jahr in den Alten- und Krankenpflegeschulen ihren Abschluss machen, soll die Initiative den großen Bedarf an Pflegefachkräften im Kreis Freudenstadt dauerhaft decken. Von den Initiatoren ist angedacht, dass in einigen Jahren in jedem Pflegeheim und jedem ambulanten Pflegedienst im Landkreis ein bis zwei ausländische Pflegefachkräfte arbeiten können. Wenn dieses Ziel erreicht wird, würde sich der deutschlandweite Fachkräftemangel in der Pflege auf den Kreis Freudenstadt viel weniger auswirken, so Walter.
Ein dritter Kurs läuft im Moment im "Haus Auerhahn" in Reinerzau an, um noch in diesem Sommer weitere zusätzliche Pflegefachkräfte aus Ungarn im Landkreis zu integrieren.
Erstmals beteiligt sich auch ein Heim aus einem anderen Landkreis. Auch für den Herbst 2013 ist ein weiterer Kurs für zwölf ungarische Krankenschwestern in Planung.

 
 
   
 

Trotz Konkurrenz sind sich Mitglieder einig

Schwarzwälder-Bote, 21.03.2013 - Freudenstadt-
Die rege Teilnahme an der Hauptversammlung des Vereins Sozialer Dienstleister (VSD) zeigt: Die Mitglieder sind sich – obwohl untereinander Konkurrenten – in vielen inhaltlichen Punkten und politischen Fragen weitgehend einig.
Mit dem VSD im Landkreis Freudenstadt gibt es seit 2010 eine Plattform,  um fachlich und kompetent auf Trägerebene zusammenzuarbeiten und Antworten auf Fragen der Betreuung, Pflege und Begleitung von Menschen im Alter oder mit Behinderung im Landkreis zu finden. Zusammen beschäftigen die Träger mehr als 2100 Mitarbeiter.
Uwe Raible, Leiter des Waldheims Tonbach in Baiersbronn, hat in seinem Bericht auf die mehr als 30 Veranstaltungen hingewiesen, die er in seiner Funktion als Vorsitzender im vergangenen Geschäftsjahr wahrgenommen hat. Unter anderem hat er bei der Gesundheitskonferenz des Landkreises, bei mehreren Treffen mit dem Pflegestützpunkt im Landratsamt oder bei der jährlichen TOP-JOB-Berufsmesse den Verein und die einzelnen Mitglieder vertreten. Aus den verschiedenen Arbeitsgruppen des Vereins wurde unter anderem berichtet, dass es Informationsveranstaltungen zur Reform der Pflegeausbildung und eine Imageaktion gegeben hat, die zusammen mit dem Oberlin-Haus durchgeführt worden ist.
Wichtige Themen waren auch die Änderung der Gebührenordnung, die sich aufgrund der Abschaffung der GEZ-Gebühren für die einzelnen Einrichtungen und deren Bewohner ergeben hat, und die Umsetzung der neuen Heimbauverordnung des Landes Baden-Württemberg. Als gemeinsames Projekt mit dem Kreisseniorenrat und dem Pflegestützpunkt ist die neue Broschüre Pflege, Wohnen und Begegnung im Landkreis vorgestellt worden. In ihr werden alle sozialen Einrichtungen des Landkreises Freudenstadt gelistet und aufgeführt. Zum Schluss hat Alexander Walter, Geschäftsführer des Senioren- und Pflegeheims Walter, Baiersbronn, über die erfolgreiche Anwerbung von ungarischen Pflegefachkräften referiert. 

 
   
 
 
 
 
  Informationen rund um die Pfegeberufe  
 
Schwarzwälder-Bote, vom 20.03.2012 


Die Ausbildung in der Altenpflege findet zum Teil auch an Pflegepuppen statt. Am Donnerstag, 22. März, informieren sieben Einrichtungen in der Region über die verschiedenen Möglichkeiten in den Pflegeberufen. 

Foto: Büttner
Foto: Schwarzwälder-Bote
 
  An sieben Standorten in der Region werden am Donnerstag, 22. März, Informationen, Aktionen und Einblicke rund um den Pflegeberuf geboten. Alle Schüler, Eltern und Interessierte sind dazu eingeladen. Organisiert wird der Infotag vom Verein Sozialer Dienstleister.

Pflege ist ein Wachstumsmarkt. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird es immer mehr alte Menschen geben. Gleichzeitig ändern sich Strukturen in Familie und Gesellschaft. Die Möglichkeit, Pflege und Betreuung innerhalb der Familie zu leisten, wird dadurch zurückgehen. Somit werden mehr professionelle Pflegekräfte benötigt, um die alten und kranken Menschen zu versorgen. Nach einer Modellrechnung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg dürfte sich der Bedarf an Pflegekräften bis zum Jahr 2030 sogar um gut 60000 Personen erhöhen.

Beim Infotag Pflegeausbildung bietet der Verein Sozialer Dienstleister in verschiedenen Mitgliedseinrichtungen Einblicke und Informationen zum Berufsbild, zur Berufsausbildung, zu Berufsperspektiven und weiteren Themen rund um den Pflegeberuf.

Ohne Voranmeldung sind alle Interessierten zu folgenden Programmpunkten eingeladen: "Erfahrungswelten" alter Menschen – ein Erlebnisparcours (Seniorenheim Besenfeld, 14 bis 18 Uhr); "Your Job 3.0" – Ausbildung in der Altenpflege: vom virtuellen zum realen Leben (Seniorenzentrum Emmaus in Haiterbach-Beihingen, 14.30 Uhr); "Altenpflege – Berufe für junge Leute mit Weitblick", Berufsinfos aus erster Hand (Palmenhof Dornstetten, 15 bis 17 Uhr); Schnupperunterricht für Interessierte (Oberlinhaus Freudenstadt, 15.30 Uhr); "Entdecke die Möglichkeiten" – Pflegeberuf mit Zukunft (Haus St. Vinzenz in Bad Rippoldsau-Schapbach, 16 Uhr); "Kein Tag wie jeder andere" – Aus dem Leben einer Pflegefachkraft (Waldheim Baiersbronn-Tonbach, 16 bis 18 Uhr); Informationen für Schüler und Eltern (Waldheim Tonbach, 19 Uhr); Infoabend Altenpflegeausbildung – rund um Schule, Praxis und Berufsbild (Martin-Haug-Stift Freudenstadt, 17.30 Uhr).

Der Infotag zur Pflegeausbildung wird von der Arbeitsgruppe Ausbildung des Vereins Sozialer Dienstleiter (VSD) organisiert und veranstaltet. Der VSD ist ein kooperativer Zusammenschluss vieler Anbieter sozialer Dienstleistungen. Zu seinen Mitgliedern zählen die Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Behinderteneinrichtungen sowie die Altenpflegeschule im Oberlinhaus Freudenstadt.

Der VSD hat derzeit 31 Trägermitglieder und vertritt damit insgesamt 57 Betriebe mit über 2100 Beschäftigten. Er entwickelte sich aus dem Verein der Heimleiter, der 1989 von einer Gruppe Heimleitern aus dem Landkreis Freudenstadt gegründet wurde.

Weitere Informationen: Mehr Informationen zum Infotag, zur Pflegeausbildung, zu Ausbildungsbetrieben und anderen Fragen gibt es bei den Ansprechpartnern Uwe Lucian Raible, Telefon 07442/ 8?41?00, Johannes Miller, Telefon 07441/8690, oder im Internet unter www.vsd-fds.de.

 


 
Infotag 22.03.2012
mehr Info (pdf) >>>
 

 

Mitgliederversammlung des Vereins Sozialer Dienstleister (VSD)
am 13.10.2011 im Oberlinhaus in Freudenstadt (Pressemitteilung)

 
An vergangenen Donnerstag haben sich im Oberlinhaus in Freudenstadt die Mitglieder des Vereins Sozialer Dienstleister e.V. (VSD) zu ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung getroffen. Der Verein Sozialer Dienstleister, der aus dem Verein der Heimleiter hervorgegangen ist, ist eine Vernetzung von sozialen Einrichtungen und Dienstleistern im Landkreis Freudenstadt. Aufgabe und Ziel des Vereins sind unter anderem die Förderung und Entwicklung sozialer Berufe im Landkreis. Die 32 Mitglieder beschäftigen mehr als 2.000 Mitarbeiter in ihren 58 Betrieben.
Zu Beginn der Mitgliederversammlung hat der Vorsitzende Uwe Raible, Leiter des Waldheims Tonbach in Baiersbronn, die anwesenden Mitglieder begrüßt und die Themen der Tagesordnung benannt. Unter anderem sind diese der zu erwartende Mangel an Pflegefachkräften im Landkreis Freudenstadt, die Aufnahme neuer Mitglieder und die weitere Vereinsfinanzierung gewesen. Aus den einzelnen Arbeitsgemeinschaften des Vereins sind die Ergebnisse der letzten Sitzungen vorgestellt worden. Aus der AG Ausbildung wird berichtet, dass die Möglichkeit geprüft wird, die Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung in Teilzeitausbildung anzubieten. Zum Beispiel wäre ein solches Modell für junge Mütter eine Chance, Berufsausbildung und Kinderbetreuung besser zu organisieren. Ebenfalls soll im Rahmen der Ausbildung Altenpflege künftig die Praxis mehr Gewicht bekommen. Die AG Stationär hat sich vornehmlich mit veränderten Rahmenbedingungen und geänderten gesetzlichen Grundlagen im Sozialbereich beschäftigt. Von der AG Öffentlichkeit ist die neue Homepage vorgestellt worden. In Planung ist zudem ein Anzeigenkollektiv aller Träger und Einrichtungen mit einem redaktioneller Beitrag über den Verein.
Die rege Teilnahme an der Sitzung hat gezeigt, dass die Mitglieder des Vereins – obwohl untereinander Konkurrenten – in vielen inhaltlichen Punkten und politischen Fragen sich weitgehend einig sind. Mit dem Verein Sozialer Dienstleister im Landkreis Freudenstadt gibt es eine Plattform, fachlich und kompetent auf Trägerebene zusammen zu arbeiten und Antwort auf Fragen der Betreuung, Pflege und Begleitung von Menschen im Alter oder mit Behinderung im Landkreis zu finden.

Roland Wiesler

 
 

Ausbildungsmesse " TopJob" Juli 2011
 
Rund 80 Firmen, Organisationen und Institutionen, darunter der "Verein Sozialer Dienstleiseter", stellten ihre Angebote für die Berufswahl der jungen Menschen vor, etwa 20 mehr als noch im Jahr zuvor.

"Die Firmen müssen alles tun, um ihren Nachwuchs zu sichern." So schilderte Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald am Donnerstag die Situation bei der Eröffnung der Ausbildungs-messe Top Job in Freudenstadt.

Das Kurhaus und das Kongresszentrum reichten fast nicht mehr aus, um die Stände aller Aussteller aufzunehmen. Rund 80 Firmen, Organisationen und Institutionen stellten ihre Angebote für die Berufswahl der jungen Menschen vor, etwa 20 mehr als noch im Jahr zuvor. Schon allein die Resonanz auf die Messe zeigt, dass den Schulabgängern heutzutage eine große Bandbreite an Möglichkeiten offen steht, um ihre Zukunft zu gestalten.

Die Ausbildungsmesse Top Job sei eine hervorragende Möglichkeit, sich über die verschiedenen Angebote zu informieren, so Julian Osswald.


Da man bei der Berufswahl viel falsch machen könne, sei gerade die Beratung wichtig, die bei Top Job in Freudenstadt geboten werde. Da die Schülerzahl in den nächsten Jahren weiter zurückgehe, hätten die Abgänger in Zukunft immer mehr Möglichkeiten, betonte Osswald. Für die Unternehmen sei es wichtig, selbst Nachwuchs auszubilden, sonst sei es unmöglich, die Fachkräfte zu erhalten,
die benötigt werden.

Stellvertretender Landrat Klaus-Ulrich Röber ging in seiner Ansprache auf die Problematik ein, dass viele Jugendliche auf das Berufsleben nicht richtig vorbereitet sind. Aus diesem Grund riet er den Jugendlichen, sich in der Schule um einen guten Abschluss zu bemühen, denn die Betriebe seien keine Bildungsunternehmen. "Was wir heute hier machen, bringt die Region weiter", lobte Röber alle Aussteller.

Harald Gnegel vom Organisationsteam hatte die Messe vor zahlreichem Publikum eröffnet. Er dankte allen Beteiligten und den Mitgliedern des Organisationsteams für die umfangreiche Vorbereitung. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung, die nahezu jeden Quadratmeter des Kurhauses und Kongresszentrums in Anspruch nahm, überzeugten sich Ehrengäste und Vertreter der Organisatoren von der gelungenen Präsentation. Viele Firmen hatten den Aufwand nicht gescheut und Geräte und Maschinen aufgebaut, um einen
plastischen Einblick in ihre Produktion zu geben. Bereits kurz nach der Eröffnung herrschte Hochbetrieb in den Räumen, und der Besucherstrom riss bis zum Schluss nicht ab.

 
 

Hauptaufgabe bleibt die Ausbildung

Verein Sozialer Dienstleister wählt Uwe Nübel zum Stellvertreter

 
 

vsd

 
 

Von Gabriele Adrian, Schwarzwälder Bote.

Im Freudenstädter Oberlinhaus trafen sich die Mitglieder des Vereins Sozialer Dienstleister. Haupttagesordnungspunkt waren die Neuwahlen des gesamten Vorstands.

Der Verein Sozialer Dienstleister, bisher bekannt unter dem Namen Verein der Heimleiter, hatte im Jahr 2009 den neuen Namen und auch eine geänderte Satzung erhalten, da eben nicht nur Leiter von Alten- und Pflegeheimen Mitglieder sind, sondern auch die ambulanten Pflegedienste, Pflegeschulen und Einrichtungen für psychisch kranke oder behinderte Menschen. So können oft bestehende Schnittstellenprobleme behoben und geklärt werden, war zu hören.

Die Qualität der Pflege, erläuterte Uwe Raible, hänge im wesentlichen vom guten Ausbildungsstand der Pflegenden ab. So sehe der Verein seine Hauptaufgabe in der Aus- und Weiterbildung von Leitungs- und Pflegekräften und bietet umfangreiche Kurse im Landkreis an. In einer immer älter werdenden Gesellschaft biete der Pflegeberuf gute Aufstiegsmöglichkeiten und Zukunftssicherheit. Um dies bei jungen Berufsstartern publik zu machen, beteiligt sich der Verein jährlich an der Top-Job-Börse und bietet Interessenten die Möglichkeit eines Praktikums in den verschiedenen Einrichtungen an.

In seinem Rechenschaftsbericht wies Raible auf ein ereignisreiches Vereinsjahr hin und erläuterte die geplanten Aktivitäten für 2011 wie etwa die Teilnahme an der nächsten Top-Job-Börse, die Veranstaltung "Zehn Jahre Psychiatrie im Landkreis" und die Organisation der verschiedenen Fortbildungsmaßnahmen. In seinem Kassenbericht bescheinigte Uwe Nübel, dass "die Finanzen sich ganz gut entwickelt" hätten. Kassenprüfer Heinz Müllenbeck bestätigte die ordnungsgemäße hervorragende Kassenführung.

Bei den Wahlen wurde Uwe Raible zum Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Uwe Nübel. Als Beisitzer wählte die Versammlung Reinhard Schmid und Roland Wiesler, Kassierer ist Jean-Marc Maier und Schriftführerin Simone Kurz.

Auch ein Ehrenrat wurde gewählt: Heinz Müllenbeck, Uwe Leib und Irmgard Wössner erhielten die meisten Stimmen. In speziellen Arbeitsgruppen werden sich die Mitglieder mit den Themen Aus- und Weiterbildung, stationäre Einrichtungen, ambulante Dienste sowie mit dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen.

 
 
   
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  Kreis Freudenstadt - Fast 100 geladene Gäste kamen zur Eröffnung des Pflegestützpunkts des Kreises Freudenstadt ins Landratsamt Freudenstadt, darunter Bürgermeister, Vertreter der Wohlfahrtsverbände, der Ärzteschaft und der Hospizgruppen, Leiter der ambulanten Dienste und der Heime, Vertreter des Seniorenbeirats sowie Vertreter der Pflegekassen.

Landrat Klaus Michael Rückert erinnerte an die Anfänge der Gespräche über einen Pflegestützpunkt im Frühjahr 2009, zu der die Reform der Pflegeversicherung im Juli 2008 den Anstoß gegeben hatte. Er betonte die Wichtigkeit der Einrichtung aufgrund des demografischen Wandels, der dazu führe, dass das durchschnittliche Alter steige und damit auch der Pflegebedarf. Aufgabe der Pflegestützpunkte sei neben der Beratung der Hilfesuchenden vor allem die Vernetzung der bereits vorhanden Hilfs- und Unterstützungsangebote im Landkreis. "Wir wollen ein attraktiver Landkreis für die Jugend sein und ein guter Landkreis für diejenigen, die unserer Hilfe bedürfen", betonte der Landrat.

Hartmut Keller von der AOK Nordschwarzwald gratulierte zur Eröffnung: "Damit ist Freudenstadt der dritte Pflegestützpunkt der Region, neben Mühlacker und Calw." Er berichtete, dass bisher nur positive Erfahrungen gemacht worden seien. Robert Bornhauser, Leiter des Sozialamts des Kreises Freudenstadt, hob hervor, dass der Pflegestützpunkt neutrale, unabhängige und kostenlose Beratung aus einer Hand biete. Die Information reiche von den Möglichkeiten der Pflege in der eigenen Wohnung, über die Hilfestellung bei der Suche nach einem geeigneten Heimplatz bis zur Auskunft über die Voraussetzungen finanzieller Hilfen.

Bornhauser verwies auf eine Spende der Irene-Kaufmann-Stiftung. Dadurch stehe In etwa acht Wochen für Aktivitäten der Seniorengruppen ein Kleinbus zur Verfügung, der für Ausflüge und Unternehmungen ausgeliehen werden könne.

Als Vertreter der Ersatzkassen sprach Andreas Häffner von der KKH Allianz Stuttgart ein Grußwort. Die Wichtigkeit der Neutralität des Pflegegestützpunkts hob Uwe Lucian Raible, Vorsitzender des Vereins Soziale Dienstleister, hervor. Mit der offiziellen Unterzeichnung des Vertrags endete die Veranstaltung, die mit Musikstücken der Musik- und Kunstschule umrahmt wurde. Ab sofort können sich Bürger mit Fragen rund um die Pflege an den Pflegestützpunkt wenden. Ansprechpartner ist Günter Bauer im Landratsamt Freudenstadt.

 
 
 
Mangels Personal droht die Pflege zum Pflegefall zu werden

 
 

Kreis Freudenstadt.

Die Menschen werden heutzutage immer älter. Dieser eigentlich erfreuliche Umstand bringt es aber zwangsläufig mit sich, dass auch die Zahl der Pfelegebedürftigen – und damit auch die Zahl der benötigten Pflegefachkräfte – ständig steigt. „Das Thema wird die Herausforderung der Zukunft“, prophezeit Werner Schmidt. Der Kreisvorsitzende des Vereins Sozialer Dienstleister leitet mit seiner Frau und seinen drei Töchtern auch das Pflegeheim Auerhahn in Reinerzau und weiß deshalb, wovon er spricht. Während in seinem eigenen Haus noch genügend Fachkräfte beschäftigt sind, weiß er von anderen Häusern im Kreis, in denen bereits ein Mangel eingetreten ist.

Eine Tendenz, die sich auch bundesweit durch Zahlen belegen lässt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit wies die Statistik für examinierte Altenpfleger im April beispielsweise 4166 Arbeitslose aus, denen andererseits aber 8617 freie Stellen gegenüberstanden. Die Nachfrage nach Pflegekräften ist also deutlich höher als das Angebot. Es passiert deshalb auch immer wieder, dass in den Heimen ganze Stationen schließen müssen, um mit den verbleibenden Fachkräften den gesetzlich geforderten Mitarbeiterschlüssel noch erfüllen zu können.

Soll sich daran etwas ändern, so muss sich nach Auffassung von Werner Schmidt zunächst einmal die Wertschätzung ändern, die Pflegeberufen in der Gesellschaft entgegen gebracht wird. „Die Pflege muss wieder als etwas Besonderes gesehen werden, weil es tatsächlich und nach meiner tiefsten Überzeugung auch etwas Besonderes ist, einen alten Menschen pflegen zu dürfen“, sagt der gelernte Krankenpfleger. So lange Pflege in den Köpfen der Leute allerdings noch mit „Popo putzen“ gleichgesetzt werde, müsse man sich nicht wundern, wenn viele junge Leute doch lieber in andere Berufe streben. Oder den Altenpflegeberuf nur mangels Alternative erlernen und dann sofort nach dem Ausbildungsende in andere Bereiche wechseln.

Auch finanziell sollte man den jungen Menschen in diesem Beruf etwas mehr Anreize bieten, denkt Schmidt. Die zahlreichen Wochenend- und Nachtdienste wären seiner Meinung nach vielleicht weniger abschreckend, wenn dafür mehr Geld im Geldbeutel bleiben würde, indem man beispielsweise die Pauschalen und die Freibeträge etwas erhöht. „Sonst hat man ja doch ziemlich viele Abzüge.“ Er selbst schafft bei seinen Mitarbeitern Anreize durch speziell festgelegte Leistungskriterien. Werden diese erfüllt, dann bekommt der Mitarbeiter dies entlohnt – zweimal im Jahr.

Den immer wieder diskutierten Einsatz ausländischer Kräfte, beispielsweise aus Osteuropa, hält Schmidt für nicht ganz unproblematisch. „Die Qualität der Pflege würde dann leiden“, sagt er. Dies weniger wegen der Qualität der Ausbildung, die die Pflegekräfte in ihrem Heimatland genossen haben („die ist oft sehr gut“), sondern wegen der Sprache. Wenn man diese nicht richtig beherrsche und dann auch noch mit einem alten, vielleicht dementen Menschen reden müsse, dann sei dies schon sehr problematisch.

Besonders in seiner Funktion als Vorsitzender im Verein Sozialer Dienste im Kreis will er deshalb dazu beitragen, die Notwendigkeit der Pflege und die Vorzüge der Pflegeberufe wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken. Der Verein hat sich deshalb auch bei der letzten „Top-Job-Börse“ im Kurhaus präsentiert und dort Fragen künftiger Azubis beantwortet. Auch mit Hauptschulen hat man Kontakt aufgenommen, um den Pflegeberuf für Schulabgänger schmackhaft zu machen. Eine spezielle Arbeitsgemeinschaft „Pflege und Ausbildung“, die sich mit dem Thema befasst, besteht.

Ergänzend möchte man von Vereinsseite die Attraktivität der Pflegeberufe künftig auch durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit erhöhen. Für all dies braucht es natürlich Unterstützung – sei es durch die Schulleiter, durch Bürgermeister oder durch sonstige Beteiligte.

Positive Erfahrungen hat man übrigens mit den jungen Menschen gemacht, die zunächst ein freiwilliges soziales Jahr absolviert haben. „Etwa 60 Prozent davon bleiben danach in der Pflege hängen. Und im Gegensatz zu vielen Anderen wissen sie auch genau, was sie da erwartet.“ Entsprechendes gilt für die Zivildienstleistenden, weshalb Schmidt auch sehr bedauern würde, wenn es die nicht mehr gebe. Für unverzichtbar hält er letztlich auch eine Aufwertung des Ehrenamtes, das beispielsweise bei den Besuchsdiensten zum Tragen kommt, „weil auch da immer wieder Mitarbeiter dauerhaft hängen bleiben“. Lobend erwähnt er ein Modellprojekt, bei dem Krankenschwestern und Altenpfleger im ersten Jahr der Ausbildung zusammen unterrichtet werden und nach Abschluss ihrer Lehre und einem weiteren halben Jahr Unterricht auch noch das jeweils andere Examen nachholen können – und dann beide Berufe in der Tasche haben.

„Wir müssen jetzt einfach nach vielen Lösungsmöglichkeiten suchen“, fasst er am Ende zusammen. Eines aber darf seiner Meinung nach keinesfalls leiden: Die Qualität der Pflege.

 
   
     
©2011